Erneuter internationaler Austausch zur Qualitätsarbeit an Schulen

Das Logo des Leonardo Programms.© EU-Kommission

"Heute schon tun, woran andere erst morgen denken,

denn nur beständig ist der Wandel." - Seneca

 

Im beruflichen Schulwesen der Schweiz sind seit vielen Jahren Qualitätsmanagementsysteme erfolgreich implementiert. Das bekannteste und das dem bayerischen QMBS-System (Qualitätsmanagement an Beruflichen Schulen) zugrunde liegende System ist Q2E (Qualität durch Evaluation und Entwicklung).

Nach einem ersten 3-tägigen Einblick mit den Schulleitungen der beruflichen Schulen im Regierungsbezirk im Herbst 2010 wurde in den Sommerferien 2011 von der Regierung von Oberfranken eine weitere, von "Leonardo da Vinci" geförderte Fortbildungsreise zum Thema „QMBS lernt von Q2E – fränkische Schulentwickler treffen Q2E-Teams“ im Umfang von 7 Tagen in die Schweiz organisiert. Als Weiterentwicklung folgte nun im Sommer 2012 erneut eine siebentägige, wieder von "Leonardo da Vinci" geförderte Reise zum Thema: „QMBS lernt von Q2E – fränkische Schulentwicklungsteams im Dialog mit Schweizer Q2E Experten“ (29.08. – 04.09.2012).

An der diesjährigen Fortbildungsreise nahmen mit 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wieder eine Vielzahl an Lehrkräften teil, die eine Woche ihrer Sommerferien investierten, um sich über das Qualitätsmanagementsystem der Schweiz vertieft zu informieren.

Die diesjährige Reise stand, aufbauend auf den bisher geknüpften Kontakten und Erfahrungen, unter folgenden Zielsetzungen:

  • Gewinnung neuer Erkenntnisse zur Schule
  • Knüpfung neuer Kontakte / Verzahnung (innerhalb und außerhalb der Teilnehmergruppe)
  • Pflege des aufgebauten Netzwerkes in der Schweiz
  • Schaffung von organisierten Gesprächsanlässen
  • Wissenschaftliche Inputs
  • Kulturelles

Dazu stellten am ersten Vormittag die insgesamt 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beteiligten Schulen in angemieteten Schulungsräumen des Berufs- und Weiterbildungszentrums der KV-Business-School in Zürich, der mit fast 10000 „Lernenden" größten Berufsschule in der Schweiz, ihre momentanen Schulentwicklungsaktivitäten vor und gaben den Kolleginnen und Kollegen somit erste Anregungen zur Weiterarbeit in deren Schulentwicklungsprozess. Überdies ergaben sich somit für die gemeinsamen Tage entsprechende Gesprächsanlässe. Weitere Impulse wurden dann am Nachmittag von Frau Dr. Schönberger, der Schulleiterin der KV Luzern, vorgetragen. Sie empfing die Reisegruppe zusammen mit ihrem Schulleitungsteam. In einem Vortrag und der sich daran anschließenden Diskussion wurden die wesentlichen Aspekte des Schulentwicklungsprozesses der KV Luzern verdeutlicht. Außerdem ging die Referentin auch auf anders gelagerte Voraussetzungen im Vergleich zu den bayerischen staatlichen Schulen ein.

Für die wissenschaftlichen Inputs sorgten sowohl Prof. Huber, der Leiter des Instituts für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie (IBB) an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) Zug, der in einem urigen Wirtshaus am Vierwaldstätter See zum Thema: „Durch Kooperation Schulentwicklung betreiben“ referierte als auch der allseits bekannte und geschätzte Prof. Dubs, der trotz seines stolzen Alters noch immer intensiv mit den aktuellen Entwicklungen vertraut ist und mit einem durchaus kritischen und beeindruckenden Vortrag die Zuhörer in seinen Bann zog.

Die Intension einer intensiven Verzahnung mit den bereits aufgebauten Kontakten erfolgte nach einem abwechslungsreichen kulturellen Wochenende, das mit der Langen Nacht der Museen in Zürich sowie einer Stadtbesichtigung der Landeshauptstadt Bern angereichert war. Zu diesem Zweck wurde ein Austausch mit den Schulleitungen und Schulentwicklungsbeauftragten der KV Zürich und der gewerblichen Berufsschule Wetzikon sowie dem Abteilungsleiter des Mittelschul- und Berufsbildungsamts Zürich organisiert, in dem vorher gesammelte Leitfragen abgearbeitet wurden.

Den Abschluss der Reise bildete die Zusammenfassung der Fortbildungsreise durch Herrn Dr. Keller, dem Bildungs- und Organisationsberater und langjährigem Kooperationspartner. Er verdeutlichte nochmals, dass Qualitätsarbeit im Zeitrahmen keinesfalls kurz-, sondern strategisch langfristig gedacht werden muss, um nachhaltig und für die Beteiligten entlastend zu wirken.

Neben einem Motivationsschub für die eigene Arbeit an den fränkischen beruflichen Schulen erhielten die Teilnehmer der Fortbildung wieder zahlreiche, gut umsetzbare Impulse und konnten in organisierten Diskussionsrunden ihre Netzwerke weiter ausbauen.

Auch für das Jahr 2013 wird im Rahmen des Leonardo-Programms nochmals ein internationaler Austausch mit der Schweiz angestrebt, um die Beziehungen noch stärker bilateral zu gestalten und um weitere Erkenntnisse mittels anderer Fortbildungsausrichtung zu gewinnen.

Ein Ziel ist es aber auch, die Kollegien aus der Schweiz einmal in Oberfranken begrüßen zu können,

  • um ihnen das bayerische Schulsystem,
  • die Qualitätsarbeit an den oberfränkischen beruflichen Schulen und
  • die kulinarischen und kulturellen Besonderheiten Oberfrankens näher zu bringen.

StD Thomas Reitmeier