Digitale Transformation in der beruflichen Bildung gestalten – Study Visit in Tallinn im Mai 2019
Estland als Ziel der Fortbildungsreihe zur Digitalisierung der Regierung von Oberfranken
Vom eigenen Schreibtisch aus einen neuen Ausweis beantragen, sich ummelden, eine Firma anmelden, wählen gehen. Auf den Straßen fahren Roboter, die Pizza ausliefern. Was zunächst klingt wie eine Zukunftsvision ist in der estnischen Hauptstadt Tallinn Realität.
Ziel des Lernaufenthaltes in Estland im Mai 2019 war es, den 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick zu verschaffen, wie eine zukünftige digitalisierte Gesellschaft aussehen könnte. Estland gilt im Bereich der Digitalisierung als Vorreiter und setzt neue Maßstäbe auf diesem Gebiet. Unter dem Begriff e-Estonia baut Estland bereits seit Jahren eine digitale Gesellschaft auf und setzt dabei auf das Credo "Digital by default".
Bevor die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im e-Estonia Briefing Centre das Konzept der digitalen Gesellschaft und dessen Umsetzung kennenlernen durften, wurden sie an der Stiftung Innove, welche direkt dem Bildungsministerium untergeordnet ist, offiziell in Tallinn begrüßt. Nach einer umfassenden Einführung in das estnische Bildungssystem wurden die Tätigkeitsbereiche der Stiftung im Bildungsbereich vorgestellt.
Initiator und Begleiter der Innovationen und Entwicklungen im Lehr- und Lernbereich in Estland ist HITSA, eine Stiftung für Informationstechnologie in der Bildung. Hauptaufgabe der non-profit Organisation ist die Qualitätssicherung in den Bildungsabschlüssen hinsichtlich digitaler Kenntnisse und Fähigkeiten, die wesentlich sind für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Digitalisierung und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen haben weitreichende Auswirkungen auf die berufliche Erstausbildung und damit auch auf das berufliche Schulwesen. Somit standen auch Besuche an gewerblichen, technischen und kaufmännischen Berufsschulen in Tallinn und Tartu auf dem Programm. Zu den Schulen gehörten u. a. die Tallinn School of Economics, das Tartu Vocational Training Center und die Tallinn Industrial School. Nach informativen Einführungen an den beruflichen Schulen konnten die jeweiligen Räumlichkeiten und deren Ausstattung besichtigt werden. So wurde zum Beispiel an der Tallinn School 21 ein Lego Innovation Lab eingerichtet, in dem die Schülerinnen und Schüler in Grundlagen der Roboterprogrammierung eingeführt werden.
Abschließend besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Universität Tallinn / School of Digital Technologies einen Fachvortrag zum Thema “Learning and Teaching in Technology-Enriched Environments”, in welchem Theorie und Praxis des Lernens und Lehrens in technologie-gestützten Lernumgebungen verknüpft wurde.
Die vielfältigen Eindrücke des Erasmus+ geförderten Lernaufenthaltes in Estland boten viel Gesprächsstoff in Bezug auf Digitalisierung an den oberfränkischen beruflichen Schulen.
Danilo Nicodemus, OStR
Fachmitarbeiter
Regierung von Oberfranken